Karies bei Kindern zwischen 2 und 6 Jahren

Karies bei Kindern zwischen 2 und 6 Jahren

Milchzahn-Karies kann auf die bleibenden Zähne übergehen und ist damit ein denkbar schlechter Vorbote für die Zahngesundheit im weiteren Verlauf des Lebens.

Umso wichtiger ist es, der Entstehung von Karies bei Kindern vorzubeugen bzw. Milchzahnkaries frühzeitig zu behandeln.

Milchzahnkaries vorbeugen – mit der richtigen Zahnpflege

2x täglich Zähneputzen – das ist das A & O, wenn es um die Vorbeugung von Kinder-Karies geht.

Experten empfehlen ab dem 2. Geburtstag bis zum 6. Lebensjahr (Durchbruch der ersten, bleibenden Zähne) die Verwendung einer Kinderzahnpasta mit 1000 ppm Fluorid in einer erbsengroßen Menge.

Grundsätzlich gilt: Eltern müssen in diesem Alter noch immer nachputzen!

Darüber hinaus spielen natürlich auch eine zahnfreundliche Ernährung und die regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt eine wichtige Rolle, um Karies bei Kindern erst gar keine Chance zu geben.

Milchzahnkaries beim Kind erkennen

Während im Alter bis zu drei Jahren meist noch die oberen Schneidezähne von Karies betroffen sind („Nuckelflaschenkaries“), verlagert sich das Problem ab etwa 4,5 Jahren eher auf die Backenzähne bzw. auf die Zahnzwischenräume im Backenzahnbereich („Zahnzwischenraumkaries“).

Anzeichen für Karies bei Kindern können sein:

  • Kreideflecken (weiße Streifen) auf dem betroffenen Zahn/den betroffenen Zähnen
  • Gelbe oder braune Verfärbungen („Loch im Zahn“)
  • Zahnschmerzen
  • Ziehen im Zahn

Auch Mundgeruch, abbrechende Zahnteile und ggf. Fieber können auftreten.

Schlecht für Kinderzähne
Süße Snacks
Süße Snacks
Ketchup
Ketchup
Klebrige Speisen
Klebrige Speisen
Limonade & Schorlen
Limonade & Schorlen
Energy-Drinks
Energy-Drinks
Chips
Chips
Fertigprodukte
Fertigprodukte

Milchzahnkaries bei Kindern: Behandlung

Bei der Behandlung von Kinder-Karies kommt es darauf an, wie weit Karies bereits fortgeschritten ist. Je früher die Behandlung erfolgt, desto besser.

Folgende Optionen kommen infrage:

  • Auftragen von Fluoridlack, um zu verhindern, dass die Karies tiefer in den Zahn vordringt.
  • Entfernung kariöser Bestandteile mit dem Bohrer, anschließend: Einbringen einer Füllung.

In Einzelfällen können nötig sein:

  • Wurzelbehandlung beim Milchzahn („Milchzahnnervbehandlung“)
  • Ziehen des betroffenen Zahns

Schmerzfreiheit hat die oberste Priorität, wenn es um die Zahnbehandlung bei Kindern geht. Ob eine lokale Betäubung, Lachgas oder z. B. Hypnose für Ihr Kind in Frage kommt, gilt es mit dem behandelnden Zahnarzt zu besprechen. In bestimmten Fällen kann auch die Einleitung einer Vollnarkose sinnvoll sein.

Lesen Sie hier mehr über die Behandlung von Karies.

Gut für Kinderzähne
Wasser
Wasser
Rohkost
Rohkost
Milch- und Milchprodukte
Milch- und Milchprodukte
Vollkornprodukte
Vollkornprodukte
Ungesüßter Tee
Ungesüßter Tee

Tipp: Suchen Sie einen Zahnarzt auf, der sich auf die Zahnbehandlung bei Kindern spezialisiert hat. Eine kindgerechte Umgebung kann so manchem kleinen Karies-Patienten schon ein wenig die Angst nehmen.

Milchzahnkaries: Risikofaktoren

Verschiedene Faktoren können die Entstehung von Karies bei Kindern im Kindergartenalter begünstigen:

Ständiges Naschen
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Ständiges Naschen

Die meisten Kindergartenkinder lieben Zucker! Das Problem: Plaque-Bakterien ebenfalls. Die Bakterien verwandeln den Zucker in Säuren, die wiederum den Zahnschmelz angreifen. Die Plaque-Bakterien können dann in die zerstörten Stellen eindringen – Karies entsteht.

Süße Snacks wie Kekse, Eis, Gummibärchen oder Waffeln gelten damit als Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Karies. Insbesondere, wenn den ganzen Tag über immer wieder genascht wird!

Besser: Naschen nur einmal am Tag, am besten nach einer Hauptmahlzeit. Zähneputzen im Anschluss nicht vergessen!

Übrigens: Auch Chips und Ketchup sowie viele Fertiggerichte enthalten oft jede Menge Zucker.

Limonade, Schorle & Co.
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Limonade, Schorle & Co.

Saft ist doch so gesund und liefert viele Vitamine? Vorsicht! Denn Saft enthält jede Menge Zucker, der wiederum Karies begünstigen kann. Auch in fertigen Saftschorlen aus der Flasche stecken oft große Mengen an Zucker. Das Gleiche gilt für Kakao oder Erdbeermilch sowie Eistee.

Besser: Mineralwasser, Leitungswasser oder – ab und an – eine sehr stark verdünnte Fruchtsaftschorle.

Enge Zahnzwischenräume
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Enge Zahnzwischenräume

Bei Kindern ab etwa 4,5 Jahren rücken die Backenzähne enger zusammen Essensreste bleiben dann leicht in den Zahnzwischenräumen hängen und können nur schwer wieder entfernt werden. Dadurch steigt das Risiko für Zahnzwischenraumkaries. Daher empfehlen Experten, einmal täglich Zahnseide zu verwenden –und zwar bereits bei Kindern ab etwa 4,5 Jahren. Bis zum zwölften Lebensjahr sollten die Eltern bei der Anwendung der Zahnseide helfen.

Gut zu wissen: Klebrige Speisen wie Kaubonbons oder Lollis setzen sich besonders gerne in den Zahnzwischenräumen fest.

Weicher Zahnschmelz
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Weicher Zahnschmelz

Weicher Zahnschmelz ist mit einem erhöhten Karies-Risiko verbunden. Bei manchen Kindern entwickelt sich der Zahnschmelz schlichtweg nicht richtig, er ist nicht hart genug oder unvollständig. Warnsignale können zum Beispiel Zahnschmerzen beim Essen, Trinken oder auch beim Zähneputzen sein – in diesem Fall sollte ein Zahnarzt aufgesucht werden.

Zahnputz-Streik
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Zahnputz-Streik

In der Trotzphase lautet das Lieblingswort vieler Kinder: NEIN! Das gilt auch für das leidige Thema Zähneputzen. Doch werden Essensreste und Zahnbelag nicht 2-mal täglich gründlich entfernt, steigt das Karies-Risiko.

Wie Sie auch kleine Zahnmuffel zum Zähneputzen bewegen können, lesen Sie hier.

Karies bei Kindern zwischen 2 und 6 Jahren vorbeugen: Tipps

Ständige Snacks und zuckerhaltige Drinks vermeiden
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Ständige Snacks und zuckerhaltige Drinks vermeiden

Ständiges Naschen gilt als Hauptrisikofaktor für Karies. Süße Snacks zwischen den Hauptmahlzeiten sollten daher vermieden werden.

Eine gute Alternative für Naschkatzen: Geben Sie Ihrem Kind nur einmal täglich nach dem Essen eine Süßigkeit. Danach ist Zähneputzen angesagt.

Beim Trinken gilt: Wasser ist der beste zahngesunde Durstlöscher, den es gibt! Bei zucker- und säurehaltigen Getränken wie Schorlen oder Limonade ist hingegen Zurückhaltung angesagt.

Richtig Zähneputzen
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Richtig Zähneputzen

Das vollständige Milchgebiss sollte 2-mal täglich geputzt werden. Empfohlen wird eine Kinderzahnpasta mit einem Fluoridgehalt von 1000 ppm in einer erbsengroßen Menge.

Ab einem Alter von etwa vier Jahren kann Ihr Kind die KAI-Technik erlernen: Kauflächen, Außenflächen und Innenflächen nacheinander putzen.

Zahnseide sollte zur Reinigung der Zahnzwischenräume im Bereich der Backenzähne ab etwa viereinhalb Jahren einmal täglich zum Einsatz kommen – Eltern sollten dabei behilflich sein (z. B. auch mittels Zahnseidehalter).

Wichtig: Bis zum Alter von etwa acht Jahren sollten Eltern immer nachputzen!

Zahngesunde Ernährung
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Zahngesunde Ernährung

Achten Sie ab sofort auf eine zahngesunde Ernährung bei Ihrem Kind – ausgewogen mit ausreichend Mineralien und Vitaminen.

So liefern beispielsweise Milch und Milchprodukte wertvolles Kalzium für starke Zähne. Ebenfalls gut sind Lebensmittel wie Vollkornbrot und rohes Gemüse, die kräftig gekaut werden müssen. Denn dabei kommt die Speichelproduktion in Gang – und Spucke kann die Zähne vor Säuren und Zucker schützen. Obst enthält Fruchtzucker und sollte daher nicht ständig über den Tag verteilt gegessen werden. Ein bis zwei Portionen pro Tag sind aber erlaubt. Das gilt auch, weil frisches, knackiges Obst – ähnlich wie rohes Gemüse – zu den kauaktiven Lebensmitteln zählt.

Regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt
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Regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt

Ab dem vollständigen Milchzahngebiss wird empfohlen, dass Kinder den Zahnarzt zweimal im Jahr zur Kontrolle aufsuchen. So kann der Zahnarzt Karies zum Beispiel im Frühstadium erkennen und mit geeigneten Maßnahmen verhindern, dass die Karies weiter fortschreitet und der Zahn gezogen werden muss. Darüber hinaus kann der Zahnarzt natürlich immer wertvolle Tipps für eine umfassende Mundhygiene geben.

Tipp: Wählen Sie einen Kinderzahnarzt, der sich auf die Behandlung von kleinen Patienten spezialisiert hat. Die Praxis ist hier häufig besonders kindgerecht gestaltet.

Hätten Sie's gewusst?

Eine Fissurenversiegelung beim Zahnarzt kann in manchen Fällen hilfreich sein, um Kinderzähne vor Karies zu schützen. Mehr erfahren.

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Fluoride schützen den Zahnschmelz vor Säureangriffen, härten ihn und können so der Entstehung von Karies entgegenwirken.

Für das vollständige Milchgebiss wird zweimal täglich eine erbsengroße Menge fluoridhaltiger Zahnpasta in kindgerechter Dosierung (1000 ppm Fluorid) empfohlen.

Bis zu einem Alter von etwa acht Jahren sollten Eltern die Zähne ihres Kindes immer nachputzen.

Zahnseide wird bereits ab einem Alter von etwa vier Jahren empfohlen – die Zahnzwischenräume sind jetzt anfällig für Karies.

Milchzahnkaries kann auf die bleibenden Zähne übergehen.

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