Kinderzahnbürste: Darauf kommt es an

Kinderzahnpasta: Darauf kommt es an

Zweimal tägliches Zähneputzen mit einer geeigneten Kinderzahnpasta ist ab dem Durchbruch des ersten Milchzahns ein Muss, wenn man aktiv etwas für gesunde Kinderzähne tun möchte.

Warum sollte eine Kinderzahnpasta Fluorid enthalten? Und wie viel Fluorid sollte es sein? Welche weiteren Aspekte sollte man bei der Auswahl einer Kinderzahncreme beachten? Verschaffen Sie sich hier einen Überblick.

Fluoride: Effektiver Kariesschutz

Karies kann schon im Kleinkindalter auftreten – Stichwort „frühkindliche Karies“. Neben akuten Beschwerden besteht dann das Problem, dass die „Zahnfäule“ von Milchzähnen auf die bleibenden Zähne übergehen kann. Wer nicht vorbeugt, legt also einen denkbar schlechten Grundstein für die Zahngesundheit im weiteren Verlauf des Lebens.

Die Verwendung einer fluoridhaltigen Zahnpasta gilt als eine der effektivsten Maßnahmen, um Karies vorzubeugen. Dies belegen verschiedene Studien.1

Denn Fluoride unterstützen unter anderem die Remineralisation des Zahns und machen ihn so widerstandfähiger gegen Kariesbakterien.

Entscheidend ist dabei insbesondere, dass die Zufuhr regelmäßig, also täglich erfolgt. Hier bietet eine Kinderzahnpasta mit Fluorid ab dem Durchbruch des ersten Milchzahns die geeignete Unterstützung

Gut zu wissen:

Gesundheitliche Gefahren durch Fluoride in Kinderzahnpasten sind laut Bundesinstitut für Risikobewertung nicht zu befürchten – auch, wenn ein Kind ein wenig Zahnpasta verschluckt.

Fluoridgehalt in Kinderzahncremes

Wie viel Fluorid eine Kinderzahnpasta enthalten sollte, hängt vom Alter des Kindes bzw. auch von der verwendeten Menge der Zahncreme ab.

Um die jeweils geeignete Zahnpastamenge zu veranschaulichen, wird unterschieden zwischen „reiskorngroß“ und „erbsengroß“:

Zahnpastamenge

Es gelten folgende Empfehlungen2:

  • Ab Zahndurchbruch bis zum Alter von 12 Monaten:
    Bis zu 2-mal täglich Zähneputzen

    • Mit oder ohne Zahnpasta ohne Fluorid und 1-mal täglich Tablette mit Fluorid und Vitamin D
      ODER
    • Mit fluoridhaltiger Zahnpasta (mit 1.000 ppm Fluorid) in Reiskorngröße und 1-mal täglich 1 Tablette mit Vitamin D (ohne Fluorid)
  • Ab 12 bis unter 24 Monate:
    2-mal täglich Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta (mit 1.000 ppm Fluorid) in Reiskorngröße.
    Wichtig dabei: Eltern dosieren die Zahnpasta und putzen die Zähne!
  • 2 bis 6 Jahre:
    2- bis 3-mal täglich Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta (mit 1.000 ppm Fluorid) in Erbsengröße.
    Hier können sowohl die Eltern als auch z. B. die Kita dosieren. Das Kind lernt das Putzen, die Eltern sollten aber weiterhin nachputzen.

Kinderzahncreme: Je süßer, desto besser?

Erwachsenenzahnpasten sind Kindern oft zu scharf – ein milder, kinderfreundlicher Geschmack ist daher sicherlich ein Pluspunkt, wenn man dem Nachwuchs das Zähneputzen schmackhaft machen will. Doch es gilt auch: Die Zahnpasta sollte nicht zu süß sein. Denn dies verleitet zum Runterschlucken.

Zahnpasta für Kinder von 0 bis 2 Jahren

Etwa im Alter von einem halben Jahr brechen die ersten Milchzähne durch – jetzt beginnt die Zeit der Zahnpflege. Dies übernehmen zunächst noch die Eltern.

Erste Zahnspitzen, die durchblitzen, können mit einem feuchten Wattestäbchen abgewischt werden. Milchzähne, die bereits durchgebrochen sind, sollten zweimal täglich mit einer Babyzahnbürste geputzt werden.

Als Babyzahncreme ab Zahndurchbruch bis 12 Monate kommt in Frage:

  • eine Zahnpasta ohne Fluorid – falls täglich eine Fluorid-Tablette eingenommen wird ODER
  • eine Zahnpasta mit 1000 ppm Fluorid bei Verwendung einer reiskorngroßen Menge bis zu 2-mal täglich – falls keine Fluorid-Tabletten eingenommen werden.

Die Babyzahncreme für Kinder von 12 bis 24 Monaten sollte einen Fluoridgehalt von 1000 ppm aufweisen und 2-mal täglich in einer reiskorngroßen Menge verwendet werden.

Grundsätzlich sollte eine gute Babyzahncreme einen milden Geschmack aufweisen und einen geringen Anteil an Schleifkörpern haben, da der Zahnschmelz von Kleinkindern noch sehr dünn ist.

Tipp: Drücken Sie die Babyzahncreme ein wenig in die Borsten hinein, so dass das Kind die Zahnpasta nicht direkt ablecken kann.

Erfahren Sie hier mehr über das Thema Zahnpflege bei Kindern von 0 bis 2 Jahren

Zahnpasta für Kinder von 2 bis 6 Jahren

Das Milchzahngebiss muss gut gepflegt werden. Eine geeignete Kinderzahnpasta mit Fluorid bietet hier die richtige Unterstützung.

  • Ab dem 2. Geburtstag sollte zwei- bis dreimal täglich (also morgens, abends und ggf. zusätzlich mittags in der KITA) eine Kinderzahncreme mit einem Fluoridgehalt von 1000 ppm verwendet werden, wobei hier nun jeweils eine erbsengroße Menge verwendet wird.
  • Ein milder, kindgerechter Geschmack ist von Vorteil

Erfahren Sie hier mehr über das Thema Zahnpflege bei Kindern von 2 bis 6 Jahren

Zahnpasta für Kinder ab 6 Jahren

Der erste Wackelzahn ist für Kinder ein besonderes Ereignis – und auch in puncto Zahnpflege markiert der Besuch der Zahnfee und der Durchbruch der ersten bleibenden Zähne eine Neuerung.

Jetzt kann Ihr Kind grundsätzlich eine Zahncreme mit einem Fluoridgehalt von 1000 bis 1500 ppm verwenden (erbsengroße Menge, 2-mal täglich). Dies entspricht dem Fluoridgehalt von gängigen Erwachsenenzahncremes. Da diese aber oft vom Geschmack her recht scharf sind, bieten Kinderzahncremes für diese Altersgruppe eine geeignete Alternative für die Pflege des Wechselgebisses.

Übrigens: Wenn ein Kind etwa in der zweiten Klasse ist und die Schreibschrift beherrscht, sollte es auch motorisch in der Lage sein, völlig eigenständig die Zähne zu putzen. Eltern sollten aber immer noch die Zahnpflege des Nachwuchses kontrollieren.

Erfahren Sie hier mehr über das Thema Zahnpflege bei Kindern von 6 bis 9 Jahren

Kariesprophylaxe bei Kindern: Weitere Bausteine

Neben dem zweimal täglichen Zähneputzen mit einer fluoridhaltigen Kinderzahncreme und einer geeigneten Kinderzahnbürste können weitere Maßnahmen zum Schutz vor Karies im Kindesalter hilfreich sein.

Dazu zählt die regelmäßige Verwendung von…

  • … fluoridiertem Speisesalz (wenn keine Fluorid-Tabletten eingenommen werden)
  • … Interdentalbürsten oder Zahnseide zur Reinigung von Zahnzwischenräumen
  • … einer Kinder-Mundspülung zur Reinigung von schwer erreichbaren Stellen
  • … zuckerfreien Kaugummis nach den Mahlzeiten

Auch eine zahngesunde Ernährung ist ein wichtiger Bestandteil der Kariesprophylaxe – das bedeutet…

  • …selten Süßes oder Klebriges
  • …selten Saures
  • … selten Soft Drinks und Säfte
  • … selten süße Zwischenmahlzeiten

Achtung: Zucker ist z. B. auch in Ketchup, Müsliriegeln oder Apfelsaft versteckt.

Weitere Bausteine für gesunde Kinderzähne und zur Vorbeugung von Karies sind:

  • Regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt (zweimal jährlich) – ab Durchbruch des ersten Milchzahns
  • Spezielle Fluoridierungsmaßnahmen beim Zahnarzt (z. B. Auftragen von fluoridhaltigem Lack)
  • Versiegelung von kariesgefährdeten Fissuren (Vertiefungen im Zahn) – insbesondere bei bleibenden Backenzähnen sinnvoll

Sprechen Sie dazu im Zweifel mit dem Zahnarzt.

  • 1 https://www.bzaek.de/service/positionen-statements/einzelansicht/verwendung-fluoridhaltiger-zahnpasta-ist-sicher-und-schuetzt-wirksam-vor-karies.html
  • 2 Berg B., Cremer M. et.al.: Kariesprävention im Säuglings- und frühen Kindesalter Handlungsempfehlungen des bundesweiten Netzwerks Gesund ins Leben. Monatsschr Kinderheilkd 2021 · 169:550–558

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